Interview mit Christine Weidenweber, Jana Wischnewski-Kolbe, Anne Peter auf wohnbuchbüro

Die drei Autorinnen Christine Weidenweber, Jana Wischnewski-Kolbe, Anne Peter von My Green Home: Foto von Anne Peter auf wohnbuchbuero.de

Christine Weidenweber, Jana Wischnewski-Kolbe, Anne Peter von »My Green Home« erzählen, wie sie zu ihrem nachhaltigen Zuhause kamen.

1) Als die Idee zu Online-Magazin und Buch »My Green Home« entstand, was wolltet ihr mit anderen teilen?

Christine Weidenweber, Jana Wischnewski-Kolbe, Anne Peter: »Wir sind auch auf Instagram und Facebook sehr aktiv, aber unser Schwerpunkt liegt auf unserem Online-Magazin „My Green Home“ und dem angegliederten Mag „Schmackofatz“. Die Idee zum Buch ist erst zwei Jahre nach dem ersten Erscheinen des Online-Mags geboren.

Wir drei sind schon lange Kolleginnen und haben irgendwann gemerkt, dass uns mehr verbindet als nur die Arbeit: Wir achten auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen, versuchen, Abfall zu vermeiden, bauen Gemüse und Obst im Garten an, halten Hühner (zumindest Anne) und sammeln Müll im Wald auf. All diese Sachen waren die Grundlage für viele gemeinsame Gespräche.

Wir alle drei teilen die Erkenntnis, dass gerade im eigenen Leben – im eigenen Haushalt – noch so viel mehr möglich ist, um nachhaltig zu werden und einen kleinen Beitrag für eine bessere Umwelt zu leisten.

Was uns auch noch verbunden hat, war die Freude daran, nachhaltige Ideen auszutauschen, auszuprobieren und anderen davon zu erzählen. Und das war auch die Geburtsstunde von Online-Magazin und Buch „My Green Home“.

„My Green Home – das bedeutet: Nachhaltig gut zu leben. Mittlerweile sind wir wohl sowas wie „Profis“, wenn es um Nachhaltigkeit für Zuhause geht, deshalb haben wir das umfassende Buch „My GREEN Home“ geschrieben, mit ganz vielen Tipps, Ideen und Checklisten.«

2) Was ist euch selbst bei der Nachhaltigkeit im Alltag am schwersten gefallen, was war besondere leicht für euch?

Jana Wischnewski-Kolbe: »Ich reinige nur noch mit Essig, Natron, Soda und Zitrone. Das funktioniert wirklich ganz wunderbar und ist supereasy. Schwergefallen ist mir am Anfang, dass Haare waschen mit Roggenmehl. Da ich Locken habe und dadurch meine Haare trocken sind, war das ein kleiner Kampf. Ich sah dann immer ganz verstrubbelt aus und konnte sie kaum kämmen. Mittlerweile haben sich meine Haare jedoch dran gewöhnt und werden schön seidig.«

Christine Weidenweber: »Es klingt komisch, aber die einfachste Sache bei der Müllvermeidung: Eigene Behälter mit zum Metzger nehmen und sie befüllen lassen. Das muss man sich wirklich richtig antrainieren. Ich habe anfangs immer die Behältnisse vergessen, dann musste ich wieder zurücklaufen, alles holen und wieder zum Metzger laufen. Wenn man das so macht, denkt man irgendwann dran. Ganz leicht ist es, auf Alufolie, Klarsichtfolie und so was zu verzichten. Da gibt es viele Alternativen.«

Anne Peter: »Besonders leicht ist mir natürlich gefallen, das, was ich schon immer gemacht habe, den Hühnern unsere Gemüseabfälle zu füttern und mich zu freuen, wie sie sich genüsslich darüber hermachen. Unverpackt einkaufen beim Obsthof und dann alles frisch kochen, ist ein Genuss und war ganz leicht. Auch selbst Getreide mahlen, Brot mit eigenem Sauerteig backen und weniger Fleisch essen ging ganz selbstverständlich in den Alltag zu integrieren. Also alles was sich so in der Küche abspielt war – kein Problem! Ein bisschen komplizierter sind für mich die Reinigungsmittel, da muss ich immer noch überlegen, wie mache ich jetzt was und wofür nehme ich welches, aber das wird mit der Zeit schon ganz einfach werden, weil das Gefühl dabei einfach ein schönes ist. Auch auf das Auto kann ich nicht so gut verzichten, weil wir eher ländlich wohnen und die Entfernungen mit drei Kindern dann doch manchmal mit dem Rad einfach zu groß und zu unterschiedlich sind. Das habe ich ein Jahr ausprobiert und ein eigenes Auto sehr zu schätzen gelernt. Es ist eine Freiheit und ein Luxus, die ich mir einfach gönne.«

3) Meal Prepping statt Kantinenessen und Fastfood. Wann ist euer Meal-Prep-Tag und wie halten das die anderen Familienmitglieder?

Christine Weidenweber: »Ich „mealpreppe“ meistens für drei Tage. D. h. ich habe eine Hauptzutat, z. B. Süßkartoffeln, Kicherbersen, Kohl, Nudeln und mache so viel, dass es für drei Tage reicht und noch Reste für einen Salat zum Abendessen oder für die Pause. Mein Mann ist damit (meistens) einverstanden, die Kinder leben nicht mehr bei uns im Haushalt, aber wenn sie mal da sind, finden sie das super.«

Anne Peter: »Ich „mealpreppe“ nicht mit unterschiedlichen Gerichten, sondern ich koche einfach von einem Gericht mehr, meistens am Samstag und dann müssen wir am Sonntag nichts kochen und haben die Zeit für uns. Und oft bleibt noch genug für den Montag übrig wo wir dann mit einem Salat aus unserem Garten oder einem leckeren Brot ergänzen können.
Kartoffeln gehen bei uns eigentlich nie aus, da stehen immer welche gekocht auf dem Herd und mit denen kann man ja die leckersten und unterschiedlichsten Gerichte zaubern. Der Rest der Familie findet das natürlich toll, wenn wir nur aufwärmen müssen oder schnell was Leckeres zaubern können.«

Jana Wischnewski-Kolbe: »Ich handhabe das wie Anne und koche einfach immer ein bisschen mehr. Dadurch, dass ich immer im Homeoffice bin, mach ich das auch unter der Woche so. Sind Außentermine geplant, organisiere ich das immer schon am Abend vorher, so dass dann auch genug Zeit bleibt.«

4) Regrowing – vom Kühlschrank ins Beet. Welche Pflanzen sind anfängertauglich und welche gedeihen in Pflanztöpfen auf Balkon und Terrasse besonders gut?

Christine Weidenweber: »Im Garten habe ich bisher noch keine Gemüsereste ausgepflanzt, aber das geht wahrscheinlich auch. Ich mache das auf der Fensterbank und das klappt sehr gut. Am besten gelingt es bei mir mit dem Lauchstrunk, der schnell wieder austreibt, Rote Bete und Sellerie klappt auch sehr gut. Und wenn die Zwiebel schon ganz unansehnlich geworden ist, lasse ich sie liegen, bis sie Grünes wieder austreibt. Das schmeckt klasse als Toping für Salat oder Suppe. Große Mengen erntet man natürlich nicht, aber es ist auch ein Stück Wertschätzung der Nahrungsmittel, aus Resten neues Grün zu ziehen. Schwieriger ist das Regrowen mit Avocado, Ingwerstückchen oder Galgant. Es dauert einfach länger und die Bedürfnisse dieser Pflanzen sind höher.«

Anne Peter: »Ungekochte Kartoffelreste funktionieren gut. Hauptsache es sind Augen dran, aus denen sich die Triebe entwickeln. Die lege ich einfach in die Erde, wenn Kartoffeln gelegt werden und sie treiben und wachsen wie Kartoffeln im Ganzen. Ob der Ertrag so hoch wie bei einer ausgelegten Knolle ist, habe ich aber noch nicht erforscht ;).«

5) Was ist eure nächste Herausforderung in Sachen grüner Alltag zu Hause?

Jana Wischnewski-Kolbe: »Ich möchte gern auf noch mehr verzichten und weniger benötigen. Das heißt konkret: weniger besitzen und weniger Geld für Dinge ausgeben, die nicht wirklich wichtig sind (vor allem: andere Familienmitglieder darauf hinweisen). Außerdem möchte ich noch mehr das Rad benutzen und aufs Auto verzichten.«

Christine Weidenweber: »Bei mir ist das im Garten das Thema Permakultur.«

Anne Peter: »Wie vorhin schon gesagt, die Putzmittel und wachsen in allem, oft muss man die Familie auch dazu bringen oder daran erinnern, wie es grüner geht oder sogar Alternativen finden.«

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Foto: Copyright © Anne Peter