»The Weekender« im MagCheck – Die Magazin-Rezension von wohnbuchbüro

»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

Zum zwanzigsten Ausgaben-Jubiläum des Magazins »The Weekender« gab es ein Logo, das Francesco Zorzi für Dirk Mönkemöller und Christian Schneider entwickelte. Er hat sich tief mit der Geschichte von »The Weekender« und der Gründungsidee im Jahr 2011 beschäftigt. In der Frühjahrsausgabe 2016, der die folgende Doppelseiten entnommen wurden, beschreibt er, wie er dem Gefühl »The Weekender« auf die Spur gekommen ist:

»A story of two people who six years ago, almost without thinking and without a real plan, started up a magazine, publishing the stories they wanted to read themselves. It’s the story of two people’s passion giving shape to a magazine of living portraits, of real people and human life. Where travelling is an adventure and also a point of view, the most important part of it beeing the travel itself, not the destination.«

Francesco Zorzi

Francesco Zorzi nahm als Idee für ein Logo das Motiv einer Eule wieder auf, das die erste Ausgabe des »The Weekender« zierte. Als Markenzeichen lebt sie nun weiter im Magazin, dessen Untertitel programmatisch »Magazin für Einblicke und Ausflüge« lautet. Die weise, unabhängige, zeitlose und linie-gewordene Idee einer Eule Francesco Zorzis repräsentiert dieses Magazin – heute und zukünftig.

»So lebe ich. Ein Rundgang«»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

Die Rubriken des »The Weekender« sind so vielfältig, wie der Magazin-Untertitel dies bereits vorhersagt:
Die zweisprachig (Deutsch oder English) geschriebenen Artikel jeder Ausgabe starten in einer Rubrik genannt »Vorne« und dort mit einer Kolumne namens »Wunderkammern«, die jedes Quartal in ein beeindruckendes Museum dieser Erde einlädt. Danach schließen sich Nachrichten oder Kurzreportagen an, die zum Beispiel von Ausflügen in nahe Geschäfte oder ferne Weinberge berichten. In der Rubrik »So lebe ich. Ein Rundgang«  fotografieren Menschen andere Menschen, die ein Lebens- oder Wohnerlebnis als persönliche Geschichte selbst erzählen. In der Frühjahrsausgabe 2016 ist das Aya Muto. Sie ist Schriftstellerin, Fotografin und die Bewohnerin einer vier Quadratmeter kleinen Hütte in den Bergen Santa Monicas:

»Could I imagine myself living in something like this? I remeber that beeing an exciting question.«

»The cabin became a place I could furnish with my favorite things from the thrift stores, and I was careful of every thing I brought into the space.«

»I was hooked by how the landscape changed in a matter of a week, if not less. Seasons presented themselves for the first time on a distinct way.«

»I would go there with my computer work in tow, but most of the time I found myself going out and around the cabin, to collect wood, or organize a little garden on a slope.«

»I still loved the place (…) for me, it was a way to take a journey without really leaving.«

Aya Muto

 

»Casual Friday«»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

Die Rubrik »Casual Friday« begleitet Menschen in ihrem Arbeitsleben, findet Geschichten hinter den Berufen und Berufungen und erzählt von den vielen Zufällen und den guten Absichten dieser Leben. »Blond und Bieber« ist so eine Story der Frühjahrsausgabe, die den Arbeitsprozess des Designerduos Essi und Rasa im Interview einfängt. Beide gestalten natürliche Textilien mit selbst hergestellten Algenfarben, die mit ebenso natürlichem Bindemittel vermischt und auf Stoff gedruckt werden. Der Druckprozess ist ihr Geheimnis. Jedes Stück ist ein Unikat, doch das Besondere an den Stücken der Marke »Algaemy« bleiben die Algen selbst. Die vielfarbigen Algenfarbtöne leben in der Kleidung weiter und verändern ihre Tönung mit den Tages- und Jahreszeiten sowie mit der Art, wie sie getragen wird.

»Wir entwerfen keine Objekte, sondern die Geschichte um die Objekte.«
Essi

»Die Leute fragen immer wieder, womit wir die Algen einfärben – aber das ist die pure Pflanze.«
Rasa

 

 Tokios »Café de L’ambre«»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

Was möchten Sie tun, wenn Sie 101 Jahre alt werden? Ichiro Sekiguchi ist Kaffeeröster, ein Kaffeekulturentdecker, der die »Nel-Drip«-Methode des Kaffeeaufbrühens für Japan ersann. Hochwertige gemahlene Bohnen, vom Meister zwei Mal in der Woche selbst dunkel geröstet, sind die Grundlage. Der Aufguss erfolgt durch eine Art Baumwollsieb befüllt mit 28 g gemahlenen Bohnen in ein vorgewärmtes Kupferpfännchen hinein. Das Aufgießen, die Kaffeewahl des »Aged Coffee«, das eigene Rösten und die umfassende Kunstfertigkeit an der Ichiro Sekiguchi seit 1948 in seinem »Café de L’ambre« arbeitet – all das schafft einen warmen und traditionsreichen Kultplatz hoher Kaffeekunst mitten in Tokio.

 

Die gezeichnete Reise»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

Da die Illustratorin Laura Junger nie ohne ihren Tuschekasten reist, entstehen in ihren Ferien keine Tagebücher oder Fotostrecken, sondern Aquarellbücher. Eines über ihre Reise durch Lissabon und Porto hat Dirk Mönkemöller von »The Weekender« nun als Büchlein »Meet me at the Botanical garden« aufgelegt und einige Aquarellseiten daraus in die Frühjahrsausgabe 2016 aufgenommen. Sich auf den Weg machen heißt hier: Alltagsszenen in Wasser und Farbe skizzieren und so leichte wie lebensnahe Wasserzeichen aus einem anderen Land senden.

 

Der Weg ist das Ziel»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

»The Weekender«, Dirk Mönkemöller.

Zwei Berliner wollten in kurzer Zeit viel Autofahren und dabei sehr viel sehen. Sie starteten in Berlin, ließen sechs Länder und fast 4000 Kilometer – über Tschechien, Österreich, Slowenien, Kroatien und Italien zurück nach Deutschland – hinter sich. Diese ungewöhnliche Campingrundreise nach Süden mit Hund, in einem Jeep-Oldie mit Dachzelt, erzählen beide selbst in Wort und Bild in »Auf Achse«.

Ganz plötzlich – etwas weiter hinten im Magazin und auch recht unerwartet – kommt die Rubrik »How to« in Sicht. Hier wird immer selber gemacht, altes Wissen vermittelt oder einfache Weisheiten weitergegeben. Im Frühjahrsmagazin sind hier hausgemachtes Hafer-Kamille-Peeling, Waschmittel für weiße Wäsche oder Kalkfarbe nachmachbare, praktische Themen des Alltags.

Die Rubrik »Wolkenkuckucksheim« schließt das Magazin ab. Dort gibt eine Protagonisten aus dem jeweiligen Heft ihre ganz individuelle Vorstellung eines solchen Ortes – handskizziert – preis.

Das Lieblingszitat von wohnbuchbüro:

»Wir machen, was wir wollen.«

Dirk Mönkemöller über »The Weekender«

Weiterlesen im Interview mit Dirk Mönkemöller über »The Weekender« im wohnbuchbüro.

 

Der Steckbrief:

Titel: The Weekender
Kategorie: Magazin für Einblicke und Ausflüge.
ISSN: 4-192251-509008-20
Verlag: »The Weekender«, Dirk Mönkemöller
Chefredakteur/in: Dirk Mönkemöller
Launch: 2011
EVTs & Erscheinungsweise: 4 x jährlich
Erscheinungsformen: Print
Umfang: 100-116 Seiten
Format: 21,5 x 28,5 x 1 cm
Preis: 9,00 Eur
www: WWW.THE-WEEKENDER.COM

Bildnachweis: »The Weekender«, Dirk Mönkemöller, 2016.

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