»The Kinfolk Garden« von John Burns

John Burns The Kinfolk Garden, Knesebeck, 2021

Die Rezension von wohnbuchbuero.de von »The Kinfolk Garden« von John Burns im Knesebeck-Verlag. Mit der Natur leben.

 

»Gärten sind Kunstwerke, die sich der Kontrolle durch ihre Schöpfer entziehen.«

Abderrazzak Benchaâbane

 

John Burns und das Kinfolk-Team erzählen 33 Geschichten über Menschen und Gemeinschaften, die ihre Liebe für die Natur entdeckten. Einige von ihnen sind Gärtner, Floristen, andere Werbetreibende, Architektinnen, Opernsängerinnen, Künstler oder Fotografen. Ihre Leidenschaft für Pflanzen ist einmal hektargroß, weithin sichtbar und liegt in Amerika, ein anderes Mal  passt sie in eine einzige Blumenvase auf den Tisch eines Londoner Reihenhauses.

Einmal erschuf diese Leidenschaft eine Oase in der Großstadt, ein anderes Mal rettete sie Wildpflanzen vor dem Vergessen auf dem Land. Immer belebt sie den Geist der porträtierten Menschen, berührt deren Seelen und eröffnet ihnen einen neuen Sinn im Leben. Inspirierend und einladend, es ihnen gleich zu tun.

Auf den Dächern von Paris – Camille Muller

John Burns The Kinåfolk Garden_Knesebeck

Der Garten von Camille Muller, Paris, Frankreich, aus John Burns The Kinfolk Garden, Knesebeck. Foto: Rodrigo Carmuega.

 

»Intuition haucht meinen Projekten eine Seele ein und bewirkt, dass ihre Bedeutung über die ästhetische Dimension hinaus geht.«

Camille Muller

Camille Mullers Dachgarten befindet sich im 11. Pariser Arrondissement. Der gelernte Landwirt legt erdweit Gärten an, die so individuell sind, dass sie eine eigene Seele zu haben scheinen. Er fühlt sich ihnen sein Leben lang verpflichtet.

Seine persönliche Traumlandschaft liegt in der Großstadt, zwischen Häuserwänden und Balkonen, auf dem Dach. Dort wachsen Pflanzen, die der Wind dorthin wehte, oder solche, die er von irgendwo her mitbrachte und einpflanzte. Das Topfgärtnern verpflichtet ihn zum ständigen Gießen. Im Sommer übernimmt das die automatische Beregnungsanlage, im Winter wässert er Hänge-Segge und Kapmalve mit Schlauch und Gießkanne selbst.

»Ich wollte einen Zufluchtsort mitten in der Stadt schaffen, an dem die Natur frei schalten und walten kann.«

Camille Muller

Nachhaltigkeit auf dem Fabrikdach – ØsterGRO

John Burns The Kinåfolk Garden_Knesebeck

Der Garten ØsterGro, Kppenhagen, Dänemark, aus John Burns The Kinfolk Garden, Knesebeck. Foto: Benjamin Tarp.

»Ich fand es interessant, mittten in der Stadt Lebenmittel zu produzieren.«

Kristian Skaarup

Auf einem Fabrikgebäude in Kopenhagen erschuf Kristian Skaarup mit Gleichgesinnten vor einigen Jahen einen Gemeinschaftsgarten. Nachhaltiger Obst- und Gemüseanbau und gemeinschaftliches Arbeiten gehören hier zum Konzept. Es gibt dort sogar ein Retsaurant, einen Mittagsessentreff und viele Freiwillige, die das Projekt, Nahrungsmittel in der Stadt für die Stadt anzubauen, unterstützen. So entstand hier ein Wirtschaftsgarten, bei dem es nicht um Quantität geht, sondern um Qualität. Die der selbsterzeugten Lebensmittel und die des Lebens selbst.

»Freiwillige erhalten hier Gelegenheit zu Aktivitäten, die in Städten sonst nicht so leicht möglich sind: in der Erde zu wühlen, Pflanzen beim Wachsen zuzusehen und sie schließlich auch noch selbst zu ernten. Das hat eine heilsame Wirkung.«

Kristian Skaarup

Aus dem Gemüsegarten – Kamal Mouzawak

John Burns The Kinåfolk Garden_Knesebeck

Der Garten von Kamal Mouzawak, Beirut, Libanon,, aus John Burns The Kinfolk Garden, Knesebeck. Foto: Sarah Blais.

»An einem so vielfältigen Ort gilt es, eine gemeinsame Basis zwischen all den verschiedenen Menschen zu finden. (…) Diese Gemeinsamkeiten haben mit Politik und Religion nichts zu tun. Das einzige, was immer gleich bleibt, ist eine Ausdrucksform der Tradition: die Kochkunst.«

Kamal Mouzawak

Die alte libanesische Villa aus dem 18. Jahrhundert hat eine lange Geschichte. Als Kamal Mouzawak sie erwarb, restaurierte er sie und vermietet sie an Gäste. Mouzawak, der sich der Vermittlung libanesichen Kochkultur verschrieben hat, legte den die Villa umgebenden Garten als Refugium und als grüne Speisekammer an. Er pflanzte tausende wilder Schwertlilien ebenso wie Mangold und Petersilie. Im französisch-inspirierten Küchengarten hinter dem Haus wachsen heute die Zutaten der Speisen, die er seinen Gästen dort serviert.

 

  • Schön zu lesen, dass Tipps zum Umgang mit Pflanzen, mit Zimmerpflanzen, Vasen und einige DIY-Ideen zum Kreativsein mit Pflanzen beschrieben sind.
  • .. dass einige Buchtipps direkt zum Weiterlesen einladen.
John Burns
»The Kinfolk Garden«
Mit Natur leben
ISBN: 978-3-95728-510-2
40,00 €, Knesebeck-Verlag

Bildnachweis: Mit Fotografien von Rodrigo Carmuega (Auf den Dächern von Paris – Camille Muller), Benjamin Tarp (Nachhaltigkeit auf dem Fabrikdach – ØsterGRO), Sarah Blais (Im Gemüsegarten – Kamal Mouzawak).